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Problemfall Hausaufgaben

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Problemfall Hausaufgaben

Paul hat schon wieder keine Hausaufgaben. Lea hat nur einen Teil geschafft, und Luis macht unglaublich viele Fehler in Mathe, obwohl er sonst ganz gut rechnen kann. Bei Anna sind Fettflecke in den Heften und Mia kann ihr Hausaufgabenheft im übervollen Ranzen mal wieder nicht finden … Kommt Ihnen bekannt vor? Höchste Zeit, mit Schülern (in der Klasse) und Eltern (beim Elternabend) das Thema Hausaufgaben zu wiederholen …

Checkliste Hausaufgaben:

1. Arbeitsplatz

Es ist eigentlich selbstverständlich, aber manche Eltern (und Kinder) benötigen eine Erinnerung:

  • Fester Arbeitsplatz mit gutem Licht und möglichst wenig Ablenkung (zum Beispiel kein Blick auf den Spielplatz – in diesem Fall den Schreibtisch lieber seitlich an die Wand stellen).
  • Keine Musik und keine Störung durch Geschwister während der Hausaufgaben.
  • Die Hausaufgaben sollten einen festen Platz im Tagesablauf haben, zum Beispiel: Nach dem Mittagessen und einer kurzen (!) Pause, geht’s los. Das gilt auch für Kinder in der Mittagsbetreuung.
  • Ordnung auf dem Schreibtisch und in der Schultasche sind wichtig – dann geht nicht dauernd Zeit mit Suchen verloren.

Wenn Sie das Thema Arbeitsplatz für die Hausaufgaben mit Ihren Schülern besprechen, bieten sich diese Einführungs-Fragen an: Wann macht ihr die Hausaufgaben? Wo macht ihr die Hausaufgaben? Hört ihr dabei Musik? Wer ist bei den Hausaufgaben dabei? Habt ihr Ruhe beim Lernen oder werdet ihr gestört? …

2. Helfen bei den Hausaufgaben

Manche Eltern unterstützen ihre Kinder gar nicht bei den Hausaufgaben, andere lösen die Matheaufgaben für ihr Kind. Viele Eltern sind einfach unsicher, was richtig ist und wie sie ihrem Kind am besten helfen. Vielleicht können Sie beim nächsten Elternabend oder Elternsprechtag gezielt auf dieses Thema eingehen:

  • Besonders zu Beginn der Grundschulzeit benötigen Kinder Hilfe. Eltern sollten sich dazusetzen, bis das Kind verstanden hat, wie es die Hausaufgaben angehen kann. Eltern sollten mit ihrem Kind darüber sprechen, was erledigt werden muss und in welcher Reihenfolge. Besonders wichtig: Abends sollten möglichst keine Hausaufgaben gemacht werden!
  • Die Schüler sollen die Hausaufgaben selbst erledigen. Eltern dürfen ihnen die Arbeit nicht abnehmen – das ist keine Hilfe! Eltern sollten sich so weit wie möglich im Hintergrund halten, aber alles erklären, was ihr Kind nicht versteht und was es benötigt, um die Aufgabe selbst zu lösen.
  • Umgang mit Fehlern: „Aus Fehlern wird man klug“ – an diese Redensart sollten sich Eltern ab und zu erinnern und von ihren Kindern keine Perfektion erwarten. Über Fehler sollte man sprechen und sie verbessern. Es macht Sinn, herauszufinden, wie der Fehler entstanden ist – um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Lob auch für kleine Fortschritte ist wichtig. Demotivierend ist der Vergleich mit anderen („Max kann das schon längst …“)

3. Hausaufgabenheft, Reihenfolge und Pausen

Wenn Sie diese Themen im Unterricht besprechen, helfen Sie Ihren Schülern. Auch für Eltern sind diese Infos wichtig:

  • Mit einem gut geführten Hausaufgabenheft wird es ganz einfach, an alles zu denken! (Tipp: Auch wenn die Kinder es eigentlich schon können müssten – üben Sie mit Ihrer Klasse eine Woche lang intensiv das Führen des Hausaufgabenhefts, geben Sie Anleitungen und kontrollieren Sie alle Hefte – danach dürften viele Kinder keine Probleme mehr haben …)
  • Am besten beginnt das Kind mit etwas, was ihm leicht fällt und es motiviert. Ein Mathe-Fan mit den Rechenaufgaben, ein Kind mit viel Phantasie beginnt mit dem Deutsch-Aufsatz, ein Tier-Fan kümmert sich zuerst um das Sachthema Bauernhof … Die Aufgaben, die schwer fallen, sollte man in der Mitte erledigen und sich für den Schluss noch etwas Leichtes aufheben …
  • Nach 15 bis 20 Minuten benötigen viele Grundschulkinder eine kurze (!) Pause. Wenn man nur noch aus dem Fenster schaut, an anderes denkt und überhaupt nicht mehr vorankommt, braucht man eine Pause von bis zu 5 Minuten. Ein bisschen Obst essen, etwas trinken, kurz mit Mama oder Papa sprechen, kurz ein wenig durch die Wohnung laufen oder ein einzelnes Lied hören, sind geeignete Pausenfüller. Danach kann das Kind konzentriert weiterarbeiten. In den Lernpausen nicht fernsehen, Süßigkeiten essen, Computer spielen …
  • Lernen heißt wiederholen. Wenn Schüler Lernstoff zu Hause öfter mal wiederholen, bleibt er leichter im Gedächtnis. Das gilt besonders für Vokabeln!

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