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Bevorzugte Lernwege finden

Wie lernt welcher Lerntyp am besten? Machen Sie den Lerntypen-Test mit Ihren Schülern!

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Ferientipps für Grundschüler

Für die meisten Schülerinnen und Schüler ist es wichtig, den Lernstoff auf vielen Wegen zu lernen. Lesen, hören, begreifen, experimentieren und diskutieren gehören dazu. Eine Mischung dieser Wege ist sinnvoll, denn so bleibt das Gelernte auf jeden Fall haften. Doch es gibt auch Kinder, für die ein bestimmter Lernweg besonders wertvoll ist. Dann ist es sinnvoll zu testen, welcher Lernweg das ist:

Lerntypen-Test

Machen Sie mit Ihrer Klasse einen kleinen Lerntypen-Test. Oder geben Sie Eltern den Tipp, diesen Test mit ihren Kindern zu machen. Wenn bei einem Schüler die klare Bevorzugung eines Lernkanals festgestellt wird, kann das beim Lernen auf die nächste Klassenarbeit hilfreich sein.

Machen Sie die drei Teile des Tests am besten an drei unterschiedlichen Tagen, immer zur selben Zeit. Die Kinder sollen sich jeweils 10 Wörter merken, die ihnen auf unterschiedlichen Wegen präsentiert werden. Danach sollen die Kinder möglichst viele dieser Wörter aufschreiben oder mündlich wiederholen (je nach Testsituation). Notieren Sie sich für jedes Kind die Ergebnisse des einzelnen Tests:

Tag 1:

Lesen Sie einem einzelnen Kind (oder der Klasse) diese 10 Wörter zweimal vor: 

„Rasenmäher, Tennisschläger, Einkaufstasche, Apfelbaum, Tigerkäfig, Taschenkalender, Sonnenblume, Wasserglas, Braunbär, Kinderbuch“

Das Kind soll sich so viele wie möglich merken. Nachdem Sie die Wörter vorgelesen haben, muss das Kind zunächst einige Kopfrechenaufgaben erledigen (zum Beispiel die 3er-Reihe des Einmaleins aufsagen). Dann soll das Kind die Wörter aufschreiben oder aufsagen, die es sich gemerkt hat. Notieren Sie sich, wie viele Wörter das Kind noch wusste. 

Wer bei dieser Aufgabe besonders gut abschneidet, ist ein auditiver Lerntyp.

Tag 2:

Geben Sie einem einzelnen Kind (oder der Klasse) ein Arbeitsblatt, auf dem diese 10 Wörter stehen:

„Telefonklingel, Baumstamm, Fensterbrett, Kühlschranktür, Blumengarten, Kirschbaum, Badezimmer, Schulheft, Hochhaus, Plüschtier“ 

Das Kind soll die Wörter etwa 2 Minuten lang durchlesen (Verwenden Sie eine Uhr). Drehen Sie das Blatt um. Jetzt soll das Kind Kopfrechnen (zum Beispiel die 4er-Reihe des Einmaleins aufsagen). Nun muss es die Wörter aufschreiben oder aufsagen, die es sich gemerkt hat. Notieren Sie sich, wie viele Wörter das Kind noch wusste. 

Wer bei dieser Aufgabe besonders gut abschneidet, ist ein visueller Lerntyp.

Tag 3:

Am dritten Tag geben Sie einem einzelnen Kind (oder der Klasse) ein Arbeitsblatt mit 10 anderen Wörtern:

„Baumhaus, Radiergummi, Wasserflasche, Karteikasten, Pferdestall, Tannenbaum, Haustier, Schaufelbagger, Gartenbank, Badeanzug“

Das Kind soll die Wörter dieses Mal abschreiben. Danach muss es beide Blätter abgeben und wieder Kopfrechnen (zum Beispiel die 5er-Reihe des Einmaleins aufsagen). Danach soll es die Wörter aufschreiben oder aufsagen, die es sich gemerkt hat. Notieren Sie sich, wie viele Wörter das Kind noch wusste. 

Wer bei dieser Aufgabe besonders gut abschneidet, ist ein motorischer Lerntyp, der über Schreiben und Handeln am besten lernt.

Lernhilfen für Lerntypen:

  1. Der auditive Lerntyp: Lernen durch Hören
  • Aufmerksames Zuhören im Unterricht ist der Grundstein des Lernerfolgs.
  • Was in der Schule gelernt wurde, sollte der auditive Lerntyp zu Hause möglichst zeitnah laut wiederholen. Am besten nimmt sich der Schüler dabei auf (Smartphone-App, Computer). Dann kann der Schüler das Gelernte anhören, wenn er für einen Test oder eine Probe lernen muss.
  • Lautes Lesen hilft dem auditiven Typen beim Lernen.
  • Audios, Podcasts, CDs zu Wissensthemen oder zu Vokabeln sind eine gute Grundlage fürs Lernen.
  • Wichtig: Auf eine ruhige Lernumgebung achten. Hintergrundgeräusche werden als sehr störend empfunden.
  1. Der visuelle Lerntyp: Lernen durch Sehen
  • In der Schule möglichst viel mitschreiben und Wichtiges unterstreichen.
  • Stilles Lesen von Hefteinträgen und Schulbüchern, um Lernstoff zu wiederholen.
  • Visuelle Darstellungsformen ausprobieren: Mindmaps, Schaubilder, Plakate. Wichtige Lernthemen im eigenen Zimmer aufhängen und immer wieder betrachten.
  • Im Internet nach Bildern zu einzelnen Lerninhalten suchen.
  • Filme zum Lernstoff ansehen.
  1. Der motorische Lerntyp: Lernen durch Schreiben und Ausprobieren
  • Lernkartei anlegen und dabei die Karten selbst beschriften
  • Beim Lesen eines Textes Randnotizen machen oder Notizen auf ein Extra-Blatt schreiben.
  • „Spickzettel“-Methode: Wichtige Lerninhalte als Stichworte aufschreiben. Wichtig: Die „Spickzettel“ zu Hause lassen und nicht verwenden.
  • Experimente zu einzelnen Themen machen, die anschaulich zeigen, worum es geht.
  • Rechnen mit Anschauungsmaterial
  • Beim Lernen herumgehen, klatschen, laut und leise sprechen.
  • Dinge zu einzelnen Themen sammeln. In der Natur nach Anschauungsmaterial zu HSU-Themen suchen (z.B.: verschiedene Hecken und ihre Früchte, Blätter von Bäumen etc.)

Wie in der Einleitung beschrieben, sind die meisten Menschen keine reinen Lerntypen, sondern lernen mit allen Sinnen. Indem Kinder verschiedene Lernwege für verschiedene Fächer ausprobieren, finden sie heraus, wie das Lernen für sie am einfachsten ist.

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