In einer Zeit voller Bildschirme ist es etwas Besonderes, einfach ein Buch in der Hand zu halten. Keine Werbung, kein ständiges Pop-up – nur die Geschichte und man selbst.
Im Interview
Julian Janssen
Im Interview
Julian Janssen
Ein Interview mit Julian Janssen – auch bekannt als „Checker Julian“
Julian Janssen ist Moderator, Kinderwissensvermittler und Lesebotschafter der Stiftung Lesen. Im Interview spricht er mit uns über seine Liebe zum Vorlesen, seinen Alltag als TV-Star, den Umgang mit Falschbehauptung im Netz und seine neue Bühnenshow.
Julian, du bist Botschafter der Stiftung Lesen. Wie kam es dazu – und was bedeutet dir das Thema Lesen persönlich?
Als Kind wurde mir ganz viel vorgelesen, vor allem von meiner Mutter. Ich habe das geliebt. Deshalb finde ich es total schön, heute als Lesebotschafter der Stiftung Lesen selbst etwas zurückzugeben. Denn Lesen ist für mich bis heute ein Rückzugsort. Gerade wenn ich beruflich viel am Laptop oder Handy bin, bin ich abends dankbar, einfach mit einem Buch in eine andere Welt eintauchen zu können.
Was macht Lesen für Kinder so wertvoll?
Lesen ist der Schlüssel zu Bildung. Wenn man lesen kann, kann man sich Wissen aneignen – und natürlich auch in Fantasiewelten abtauchen. In einer Zeit voller Bildschirme ist es etwas Besonderes, einfach ein Buch in der Hand zu halten. Keine Werbung, kein ständiges Pop-up – nur die Geschichte und man selbst.
Du beschreibst so schön, wie wichtig dir als Kind das Vorlesen war. Was macht es für dich besonders?
Wenn man vorliest, schenkt man immer auch ein Stück von sich selbst. Durch Stimmen, Betonung oder einfach die Art, wie man vorliest, entsteht etwas sehr Persönliches. Ich finde, das ist etwas ganz Intimes und Liebevolles – und genau das versuche ich auch am bundesweiten Vorlesetag weiterzugeben.
Du bist viel unterwegs. Hast du eigentlich immer Autogrammkarten dabei?
Mittlerweile schon ziemlich oft, vor allem, wenn ich mit dem Zug unterwegs bin. Ich reise viel und da kommt es schon mal vor, dass mich Kinder erkennen. Wenn das passiert, freue ich mich sehr. Und wenn ich dann eine Autogrammkarte dabeihabe, ist es umso schöner, weil die Kinder dann noch etwas mitnehmen können.
Gibt es auch Momente, in denen du keine Lust hast, ein Autogramm zu geben oder angesprochen zu werden?
Eigentlich fast nie. Auch wenn ich mal einen schlechten Tag habe, heitert es mich meistens auf, wenn mich ein Kind anspricht oder um ein Autogramm bittet. Das sind sehr schöne Begegnungen. Also ja – wer mich im Zug sieht, darf mich gerne ansprechen. Nur vielleicht nicht, wenn ich gerade verheult aussehe oder so … [lacht] aber das kommt zum Glück selten vor.
Wie gelingt dir diese Authentizität im Umgang mit Kindern, sei es in der Sendung oder auf der Straße?
Ich versuche einfach, ich selbst zu bleiben. Ob in der Sendung oder wenn ich einem Kind im Zug begegne: Ich höre zu, frage nach, interessiere mich ehrlich für das, was es erzählt. Die Gespräche mit ihnen sind genauso bereichernd wie mit Erwachsenen – nur eben anders.
Du bist in der „Checkerwelt“ zu Hause. Wie arbeitet ihr eigentlich an einer neuen Sendung?
Auch wenn Marina, Tobi oder ich diejenigen sind, die vor der Kamera stehen: Hinter unseren Folgen steckt ein ganzes Team von Redakteurinnen und Redakteuren. Gemeinsam überlegen wir etwa drei Wochen lang, was wichtig ist, welche Fragen wir beantworten wollen und wie wir die Themen so erklären, dass Kinder sie wirklich verstehen. Dabei wird recherchiert, gelesen, geschaut – und natürlich doppelt gecheckt.
Stichwort: Faktencheck. Viele Kinder glauben, was sie auf YouTube oder Instagram sehen. Wie erkennt man, was stimmt und was nicht?
Man muss wirklich wachsam sein. Nur weil jemand überzeugt etwas sagt, heißt das nicht, dass es stimmt. Mein Tipp: Wenn etwas zu krass klingt, einfach nochmal nachschauen – am besten in mehreren Quellen. Und: Wenn etwas von einer Redaktion wie bei uns kommt, ist es meist überprüft. Bei Influencerinnen oder Influencern weiß man das nicht unbedingt.
Beim „Klugschnabeln“-Podcast-Launch warst du Panel Speaker. Du hast dort gesagt, wie wichtig es ist, Kindern auch etwas zuzutrauen. Was meinst du damit?
Ich spreche Kinder auf Augenhöhe an – ganz bewusst. Verstelle mich nicht, spreche normal, erkläre aber schwierige Begriffe. Kinder sind klug und neugierig. Wenn Themen kompliziert sind, ist es wichtig, sie ihnen zu erklären – und ihnen zuzutrauen, die Inhalte zu verstehen.
Du gehst bald auf Tour. Was erwartet die Kinder – und worauf freust du dich am meisten?
Die Tour besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil erzähle ich von meinem Roadtrip durch die USA, auf der Suche nach Dinos – mit Zelt, Kamera und ganz viel Abenteuer. Im zweiten Teil wird’s experimentell! Wir machen spannende Experimente live und holen dazu auch Kinder auf die Bühne – viele können sie auch zu Hause nachmachen. Ich freue mich riesig auf den direkten Kontakt mit den Kindern und darauf, dass wir uns endlich mal live treffen! Das wird lehrreich, kreativ und lustig!
Und worauf dürfen sich die Kinder besonders freuen?
Auf coole Experimente, eine spannende Geschichte. Und darauf, dass wir uns endlich mal live treffen! Ich bin schon ganz aufgeregt.
Letzte Frage: Wenn du nicht „Checker Julian“ geworden wärst, wer wärst du dann?
Ich wollte eigentlich mal ins Musikradio. Ich habe früher schon im Uniradio moderiert und Lieder gesammelt, die ich anderen zeigen wollte. Vielleicht wäre ich jetzt Musikmoderator. Der erste Song, den ich dann spielen würde? Wahrscheinlich „Why Won’t They Talk to Me“ von Tame Impala – eine meiner Lieblingsbands.
Vielen Dank für das Gespräch, Julian!






