Vorschule und Einschulung

Stress? Nein danke!

Die Entscheidung für oder gegen die Einschulung ist nicht leicht. Zwar sprechen Erzieherinnen und Erzieher eine Einschätzung über die Schulreife aus, aber letzten Endes müssen Eltern selbst entscheiden, was für das Wohl des eigenen Kindes am besten ist. Wir lotsen Sie durch den Anforderungs-Dschungel und geben Tipps, die Ihr Kind stark für den Schulstart machen.

Ist mein Kind reif für die Schule? Oder bleibt es lieber noch ein Jahr im Kindergarten? Was, wenn es sich dort langweilt? Kann es beim Wechsel in die Schule mit seinen Freunden zusammenbleiben? Und ist es in der Lage, dort die eigenen Bedürfnisse zu äußern und die der Mitschüler zu akzeptieren?

Die Liste an Fragen, die Eltern sich stellen, wenn ihr Kind ins schulfähige Alter kommt, ist lang. Zu unterschiedlich sind die Aussagen im eigenen Umfeld, zu groß die Unsicherheiten beim Blick aufs eigene Kind. Vergleiche mit anderen tun weder Eltern, noch Kindern gut. Zumal wir selten realistisch vergleichen. Lassen Sie sich nicht nervös machen, wenn Freunde Ihres Kindergartenkindes bereits munter Buchstaben aneinanderreihen und begeistert erste Zahlenexperimente wagen, während Ihr Kind vermeintlich am liebsten mit Bauklötzchen spielt. Jedes Kind ist anders! Vertrauen Sie auf die Fähigkeiten, die es mitbringt, denn Sie kennen Ihr Kind am besten.

Es gibt eine Reihe von Kompetenzen, die als Hinweise für die Schuleignung dienen können. Daneben macht es vor allem Sinn, Ihrer Intuition zu vertrauen. Wenn Sie entscheiden, Ihr Kind in die Schule zu geben, lohnt es sich, konstruktiv zu überlegen, wie Sie als Familie diesen Übergang so gelassen wie möglich gestalten können.

Das sollte Ihr Kind können, um schulfähig zu sein

Wir geben einen Überblick über Kompetenzen, die Ihr Kind für den erfolgreichen Start seiner Schullaufbahn mitbringen sollte. Unser Tipp: nutzen Sie die aufgeführten Punkte eher als Richtschnur, nicht als Faktenkatalog, der abgearbeitet werden muss. So ersparen Sie sich und Ihrem Kind jede Menge (überflüssigen) Druck.

Die geistigen und sprachlichen Fähigkeiten Ihres Kindes gelten dann als schulkonform, wenn es:

  • sich etwa eine halbe Stunde lang auf eine Aufgabe konzentrieren und zu ihrer Lösung beitragen kann
  • Farben, Formen und Größenunterschiede richtig einzuschätzen vermag
  • eine kurze Geschichte in eigenen Worten wiedergeben kann
  • einfache Konstruktionen (etwa aus Bausteinen) nachbauen kann
  • Puzzles mit einer altersadäquaten Anzahl an Teilen ohne Hilfe lösen kann (bei schulfähigen Kindern in etwa 20 Teile)
  • sich kurze Texte einprägen und diese wiedergeben kann
  • eine bewährte (Spiel-)Strategie anpassen kann, wenn sich die Situation ändert

Von körperlicher Schulreife ist auszugehen, wenn Ihr Kind:

  • sich ohne Hilfe selbständig an- und ausziehen kann
  • es verschiedene Geräusche differenziert wahrnehmen kann
  • es verschiedene Farben auseinanderhalten und benennen kann
  • es seinen Körper kennt und seine grundlegenden Bedürfnisse wie Schmerzen, Hunger, Durst, etc. erkennen und mitteilen kann
  • es komplexere Bewegungsabläufe wie auf einem Bein hüpfen, balancieren oder einen Ball werfen kann
  • es einen Stift locker und unverkrampft in der Hand zu halten vermag

Am schwierigsten für Eltern sind oftmals die sozialen und emotionalen Fähigkeiten ihres Kindes einzuschätzen. Darunter fällt:

  • Die Fähigkeit Ihres Kindes, auf andere Kinder zuzugehen und Freundschaften zu entwickeln.
  • Das Bindungsverhalten: kann Ihr Kind sich von Ihnen lösen und Vertrauen zu einer weiteren Bezugsperson aufbauen?
  • Kann Ihr Kind seine Gefühle verständlich äußern und um Hilfe bitten?
  • Kann es Kompromisse eingehen und auf andere Rücksicht nehmen?
  • Kann es Enttäuschungen auch ohne elterliche Zuwendung verarbeiten?

Was können wir als Familie sonst noch für einen gelungenen Schulstart tun?

Keine Angst, wenn Sie nicht alle Punkte mit einem klaren Ja beantworten können. Kinder lernen schnell. Sie sind flexibler und stärker, als wir es manchmal erwarten. Zudem gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie Sie Ihr Kind ganz nebenbei fit für die Schule machen können. Mit ganz viel Freude, ganz viel Miteinander und ganz viel Leichtigkeit.

  • Bestärken Sie Ihr Kind in seiner Selbstständigkeit, indem Sie ihm so viele Anregungen wie möglich geben und es munter ausprobieren lassen.
  • Lesen Sie regelmäßig vor. Und schauen Sie sich gerne unser Angebot für Kindergartenkinder und Schulanfänger an. Hier finden Sie eine Vielzahl von Inspirationen, die die Vorbereitung auf die Schule freudvoll und wie nebenbei begleiten.
  • Üben Sie Trennungssituationen spielerisch, indem Sie Ihr Kind darin unterstützen, auch mal bei Freunden zu spielen oder bei Oma zu übernachten.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind immer wieder, wie wertvoll es ist und wie stolz Sie auf es sind.
  • Halten Sie es dazu an, sich an Vereinbarungen zu halten. Und tun Sie es selbst.
  • Beziehen Sie von klein auf gesunde Routinen in ihrem Familienalltag ein: gemeinsames Kochen, Yoga, Spielen, Bewegung an der frischen Luft, Basteln, Malen noch vieles mehr.

Und zu guter Letzt noch ein Tipp, der sich immer wieder bewährt: Machen Sie selbst keine große Sache aus dem Schulstart. Geben Sie vielmehr Ihrem Kind die Möglichkeit, sich dem Thema selbständig anzunähern. Die meisten können es ja ohnehin nicht abwarten, endlich Schulkind zu sein.

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